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Stadt Coburg

Katastrophenschutz

Was tun, wenn’s Licht ausgeht?

Damit bei einem großflächigen Blackout alle Handgriffe sitzen, üben die Kräfte des Coburger Katastrophenschutzes regelmäßig. Anfang des Jahres wurde die Stromversorgung der Leuchttürme getestet. Diese sind Ihre Anlaufstellen.

Nur das Licht einer Taschenlampe scheint an diesem Dienstagabend durch die Gänge der CoJe in der Rosenauer Straße. Ein Mann drückt auf den Lichtschalter. Nichts tut sich. Er nickt zufrieden. Normalerweise ist ausgefallenes Licht für einen Hausmeister kein gutes Zeichen. Heute schon. In ein paar Minuten startet die Blackoutübung des Katastrophenschutzes. Lange musste er nicht warten, dann fährt ein LKW vor. In Feuerwehrrot. Auf der Ladefläche steht ein neues Notstromaggregat.

„Wir haben in den letzten Monaten mehrere Gebäude in Coburg für eine Notstromversorgung fit gemacht. Denn das Notstromaggregat einfach in die Steckdose stecken, reicht nicht. Der Anschluss muss speziell vorbereitet werden“, erklärt Verena-Jessica Curth vom Katastrophenschutz der Stadt Coburg. „Was auf dem Papier gut aussieht, muss sich in der Realität noch beweisen. Man weiß im Vorfeld nie, ob die Leitungen im Gebäude das aushalten, ob noch irgendwo etwas dranhängt, was zu viel Strom zieht. Aber dafür sind wir heute hier“, ergänzt Uwe Abeska von der Regieeinheit Katastrophenschutz. Sie sind sozusagen das Schweizer Taschenmesser in den Plänen der Stadt. Ob Kommunikationszentrum, Drohnenaufklärung oder – wie heute – Stromversorgung, all das decken die Ehrenamtlichen von der Regieeinheit ab.

Die Anschlüsse passen, der Tank ist gefüllt. Ein kurzer Moment der Anspannung als das Aggregat gestartet wird. Es läuft, Strom fließt. „Jetzt Schritt für Schritt die CoJe an“, gibt Abeska den Weg vor. Man hört, wie das Aggregat kurz stottert, als er zusätzliche Last zuschaltet. Aber nach wenigen Sekunden läuft wieder alles rund. „Sieht alles gut aus, auch weil wir hier in der CoJe gar nicht so viel Strom brauchen. Denn wir sind nur eine Informationsstelle, kein Notquartier“, beschreibt Louis Münster die weiteren Aufgaben. Er weiß auch schon genau, wo welche Tische hingestellt werden, wo die Erste-Hilfe-Boxen für den Notfall sind. Für ihn ein Heimspiel – denn neben seinem Ehrenamt bei der Regieeinheit ist er noch ehrenamtlicher Vorsitzender des Stadtjugendrings, der seine Büros in der CoJe hat.

Bei einem Stromausfall ist es möglich, dass auch die Telekommunikationsnetze nicht oder nur eingeschränkt funktionieren. Hier springen die Leuchttürme ein. Die Bevölkerung kann kommen und sich über die Lage informieren und selbst Notrufe absetzen. Neben der CoJe (Rosenauer Straße 45) sind weitere Leuchttürme im Ämtergebäude der Stadt (Steingasse 18), der HUK-Coburg Arena (Oudenaarder Straße 1) und dem Feuerwehrhaus Creidlitz (Creidlitzer Straße 1) vorgesehen. Das Klinikum Coburg (Ketschendorfer Straße 33) ist zusätzlich als medizinischer Leuchtturm ertüchtigt. Es dient auch bei einem Blackout als Anlaufstelle bei medizinischen Problemen.

Knapp 45 Minuten haben die Ehrenamtlichen gebraucht um den Leuchtturm „ans Netz“ zu bringen. Nicht nur in der CoJe, sondern auch am Feuerwehrhaus in Creidlitz. „Aber natürlich nehmen wir auch eine Liste mit Verbesserungen aus diesem Abend mit, denn besser geht immer“, zieht Verena-Jessica Curth ein Fazit der Übung.

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