Fast unglaubliche 48 und 36 Jahre können Dr. Hans-Heinrich Eidt und Gerhard Amend an Stadtratstätigkeit vorweisen - für Oberbürgermeister Dominik Sauerteig und den Coburger Stadtrat ein guter Grund, einen neuen Ehrentitel einzuführen: Alt-Stadtrat. Diese Ehrentitel wurden am Donnerstagabend beim Sommerfest des Stadtrats an beide verliehen.
Eidt, geboren in Ostpreußen, kam mit seiner Mutter auf der Flucht nach Coburg. Seit dieser Zeit hat ihn „das schöne Coburg“ nicht mehr losgelassen. Trotz Studiums unter anderen in den USA kehrte er nach Coburg zurück, um sich hier zu engagieren. Seit 1. Mai 1978 gehörte er dem Stadtrat an.
„Mit besonderem Herzblut“, so der Oberbürgermeister, „setzte sich Dr. Eidt für den Erhalt der Stadt und den Denkmalschutz ein.“ Von 1976 bis 2021, also 45 Jahre lang, war Eidt zudem 1. Vorsitzender der „Gemeinschaft Stadtbild Coburg e.V.“. Mit diesem Verein versuchte er beispielsweise – damals leider erfolglos – den Teilabbruch des Alexandrinenbades zu verhindern. Auch bei der Mülltrennung war er seiner Zeit weit voraus. Seine Ideen und Anregungen wurden später vielfach aufgenommen. Dr. Eidt wurde im Mai 2008 vom Stadtrat als weiterer Stellvertreter des Oberbürgermeisters gewählt und war häufiger und gern gesehener Gast bei Coburger Jubilaren. Insgesamt setzte er sich rund fünf Jahrzehnte für die Weiterentwicklung „seiner“ Stadt Coburg ein.
Gerhard Amend war ab 1. Mai 1990 Mitglied des Stadtrates. Bereits zu Beginn seiner Amtszeit trug er im Rahmen der Wiedervereinigung zu weitreichenden Entscheidungen zur nachhaltig wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Coburg bei. Ein Beispiel war die Entstehung der Bertelsdorfer und Lauterer Höhe, für die sich Amend intensiv einsetzte.
"Wer Coburg kennt, kennt Gerhard Amend", sagte OB Sauerteig in seiner Laudatio. „Sein Wort hat Gewicht, als ehemaliger Vorsitzender Richter am Landgericht Coburg, als Stadtrat und als Mensch. Er nimmt kein Blatt vor den Mund. Das wussten alle - seine Kollegen und Freunde genauso wie Angeklagte, der politische Gegner und auch Journalisten.“ In der Stadtpolitik legte Gerhard Amend großen Wert auf finanzielle Verantwortung und war stets gut informiert. Sein Ansatz verband wirtschaftliche Realisierbarkeit mit den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger. Seine juristischen Ratschläge wurden im Stadtrat und in den Ausschüssen stets geschätzt.
Die Amtszeit beider Stadträte endete zum 30. April dieses Jahres. Im Mai beschloss der Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung, den Titel des „Alt-Stadtrates“ zu schaffen, um die Lebensleistung dieser beiden Männer für die Stadt Coburg zu würdigen. Beide trugen sich ins Goldene Buch der Stadt Coburg ein.