Mit Beginn der Jubiläumsspielzeit 2026/27 übernimmt Tommaso Turchetta die Position des Generalmusikdirektors am Landestheater Coburg. Der in Neapel geborene Dirigent tritt damit die Nachfolge von Daniel Carter an, der das Landestheater zum Ende der Spielzeit 2025/26 nach vielen prägenden Jahren verlassen wird.
Tommaso Turchetta wurde am 6. Juli 2026 im Rahmen einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach drei Spielzeiten als Erster Kapellmeister am Aalto-Theater Essen wechselt er zur Spielzeit 2026/27 an das Landestheater Coburg: „Mit großer Vorfreude blicke ich auf die Zeit in Coburg, auf ein Abenteuer voller Musik, inspirierender Begegnungen und kultureller Vielfalt!“
Oberbürgermeister Dominik Sauerteig begrüßt die Personalentscheidung: „Tommaso Turchetta war der ausdrückliche Wunschkandidat des Orchesters. Deshalb freue ich mich besonders, dass wir ihn für das Landestheater Coburg gewinnen konnten. Mit ihm kommt ein Dirigent, der bereits an renommierten Häusern seine musikalische Qualität und seine Vielseitigkeit unter Beweis gestellt hat. Gemeinsam mit dem gesamten Team wird er das musikalische Profil unseres Theaters weiterentwickeln und die Jubiläumsspielzeit 2026/27 mit neuen Impulsen prägen. Für seine neue Aufgabe wünsche ich ihm viel Erfolg und freue mich auf die Zusammenarbeit.“
Seit der Spielzeit 2023/24 gehörte er in Essen zum musikalischen Leitungsteam und dirigierte unter anderem „La Fanciulla del West“, „Rigoletto“, „Wiener Blut“, „La Traviata“, „La Bohème“, „Lucrezia Borgia“, „My Fair Lady“, „Die Zauberflöte“, „La Cenerentola“ und „Tosca“. Darüber hinaus leitete er regelmäßig Ballett-, Operetten- und Konzert-programme. Zuvor war Turchetta von 2018 bis 2023 am Tiroler Landestheater Innsbruck engagiert, wo er zunächst als Kapellmeister und ab der Spielzeit 2020/21 als Erster Kapellmeister tätig war. Dort verantwortete er zahlreiche Opernproduktionen, darunter „Tosca“, „Die Zauberflöte“, „Così fan tutte“, „L’italiana in Algeri“, „Werther“, „Carmen“, „Don Giovanni“, „Samson et Dalila“ und Puccinis „Il trittico“. Zu den von ihm einstudierten Neuproduktionen zählen „The Lighthouse“, „María de Buenos Aires“, „Die Passagierin“, „Lakmé“ und „La Traviata“. Die Innsbrucker Produktion von „Die Passagierin“ wurde als beste Oper der Saison 2021/22 mit dem Österreichischen Musiktheaterpreis ausgezeichnet.
Neben seiner Operntätigkeit dirigierte Turchetta regelmäßig das Tiroler Symphonieorchester Innsbruck sowie das Tiroler Ensemble für Neue Musik. Auch international sammelte er vielfältige Erfahrungen. So dirigierte er 2024 ein Sinfoniekonzert mit Werken von Igor Strawinsky am Teatro Verdi in Triest und gastierte 2022 mit Gioachino Rossinis „La cambiale di matrimonio“ am Teatro Verdi in Salerno.
Seine berufliche Laufbahn begann Turchetta als Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz. Zuvor war er als Korrepetitor und Vocal Coach am Opernstudio der Opéra National du Rhin in Straßburg tätig und arbeitete regelmäßig mit den Bühnen Bern zusammen. Turchetta studierte Komposition, Klavier und Dirigieren in Italien. Anschließend absolvierte er ein Aufbaustudium im Orchesterdirigieren bei Mark Stringer an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Seine Ausbildung als Korrepetitor und Vocal Coach vertiefte er an der Accademia del Teatro alla Scala in Mailand.