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Stadt Coburg

Berufsvorbereitung

Perspektiven für Jugendliche

Jugendliche stärken, Perspektiven schaffen: In Coburg startet ein neues Unterstützungsprogramm für rund 200 Schüler*innen in den Berufsvorbereitungsklassen. Ziel ist es, Orientierung zu geben, individuelle Förderung zu ermöglichen und den Übergang in Ausbildung und Leben aktiv zu begleiten.

„Jugendliche brauchen nicht nur Chancen – sie brauchen Menschen, die an sie glauben und Strukturen, die sie tragen. Mit diesem Programm setzen wir genau hier an. Die Stabsstelle Demografie, Bildung & Familie leistet seit Jahren einen zentralen Beitrag für die Bildungslandschaft in Coburg. Dieses neue Projekt zeigt einmal mehr, welchen hohen Stellenwert Bildung, Prävention und individuelle Förderung für unsere Stadt haben.“ Mit diesen Worten kündigt Can Aydin, 3. Bürgermeister der Stadt Coburg, den Start eines neuen Unterstützungsprogramms für Jugendliche in den Klassen zur Berufsvorbereitung am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum I Coburg an.

Rund 200 junge Menschen besuchen aktuell diese Klassen. Viele von ihnen stehen am Übergang zwischen Schule, Ausbildung und eigenständigem Leben – häufig mit belastenden Lebenssituationen, fehlender Orientierung oder geringen Erfolgserfahrungen. Genau hier setzt das neue Programm an, das im März startet.

Warum dieses Programm notwendig ist

Der Übergang von der Schule in Ausbildung oder Beruf gilt als besonders sensible Phase. Wer in dieser Zeit keine Stabilisierung und Orientierung erfährt, läuft Gefahr, dauerhaft den Anschluss zu verlieren.

Gleichzeitig stehen Betriebe vor der Herausforderung, geeignete Nachwuchskräfte zu finden. Jugendliche ohne Perspektive und Fachkräftemangel – diese beiden Entwicklungen zeigen, wie wichtig frühzeitige, ganzheitliche Unterstützung ist.

Das neue Coburger Programm verfolgt daher einen umfassenden Ansatz: Es verbindet gemeinsame Impulse für alle Klassen mit individueller Begleitung besonders belasteter Jugendlicher sowie ergänzenden Angeboten zur persönlichen Stabilisierung.

Fachliche Begleitung und enge Kooperation

Die inhaltliche Ausgestaltung des Programms entstand aus einem gemeinsamen Austausch zwischen der Coburger Schulpsychologie und dem Bildungsbüro der Stabsstelle Demografie, Bildung & Familie der Stadt Coburg. Schulpsychologin Regina Knape sowie Schulpsychologe Dieter Wuttke brachten dabei ihre Erfahrungen aus der Arbeit mit Jugendlichen in der Berufsvorbereitung ein. Gemeinsam mit dem Team des Bildungsbüros wurde daraus ein Konzept entwickelt, das nun am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum I Coburg umgesetzt wird.

Bianca Haischberger, Leiterin der Stabsstelle Demografie, Bildung & Familie, erläutert: „Gerade am Übergang von Schule in Ausbildung brauchen Jugendliche Orientierung und Unterstützung. Mit unserem Programm möchten wir ihnen zusätzliche Impulse geben, sie individuell begleiten und ihnen helfen, neue Perspektiven zu entwickeln. Wichtig ist uns dabei die enge Zusammenarbeit mit Schule, Schulpsychologie und regionalen Partnern.“

Regina Knape freut sich, dass die Coburger Schulpsychologie zu diesem Vorhaben persönlich und fachlich beitragen kann und vor allem darüber, dass die Idee, gerade die jungen Menschen gezielt zu unterstützen, die mehr als nur schulische Schwierigkeiten haben, auf ein offenes Ohr gestoßen ist und bereits jetzt in die Umsetzung gehen kann.  „Es wäre nun wunderbar, wenn sich noch weitere Menschen mit Lebenserfahrung und Empathie fänden, die sich vorstellen könnten, für einzelne Jugendliche ehrenamtlich Mentor*in zu sein. Diese jungen Menschen, die sonst keine Förderung haben, zu motivieren, mit ihnen etwas zu lernen, praktisches Zurechtkommen im Alltag oder im Betrieb zu üben oder mal eine bestimmte Hilfe zu vermitteln, das wäre super wertvoll – schon wenig Zeiteinsatz kann da viel bewirken.“

Dieter Wuttke ist der zuständige Schulpsychologe für die beruflichen Schulen. Er berichtet aus seiner Erfahrung von der täglichen professionellen wie kräftezehrenden Arbeit, die vor allem auch die Lehrkräfte und pädagogischen Kräfte leisten. “Sie tun für ihre Klassen und Schüler*innen, was sie können und oft weit mehr. Allerdings sind die Kapazitäten, um alle Jugendlichen zu unterstützen, die besondere oder individuelle Hilfe bräuchten, an einer Schule so nicht gegeben. Daher ergibt das Coburger Projekt zur Stärkung der jungen Menschen und zur Prävention von Risikoentwicklungen aus fachlicher Sicht unbedingt Sinn, gerade wenn sie im Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) oder in einer der Integrationsklassen sind - im vielleicht letzten Zeitfenster, in dem man diese Gruppe junger Menschen erreichen und abholen kann.”

Die Berufsschule als zentraler Partner

Auch das Staatliche Berufliche Schulzentrum I Coburg begrüßt die Initiative ausdrücklich. Anja Golle, Schulleiterin des Beruflichen Schulzentrums I, betont: „Unsere Klassen zur Berufsvorbereitung leisten eine wichtige pädagogische Arbeit. Viele Jugendliche bringen komplexe Herausforderungen mit. Das neue Programm ergänzt unsere Angebote sinnvoll und stärkt die Schülerinnen und Schüler in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung.“

Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Das Programm wird in enger Abstimmung mit regionalen Partnern umgesetzt, die sich für die Förderung junger Menschen engagieren. Ein Vertreter eines beteiligten Kooperationspartners erklärt: „Die Unterstützung junger Menschen in dieser Lebensphase ist eine Investition in die Zukunft unserer gesamten Region. Das Programm verbindet Prävention, Begleitung und Motivation auf überzeugende Weise.“

Ein klares Signal für Coburg

Im März startet der Säule Alltagskompetenzen mit dem Themenschwerpunkt „Alles rund um Finanzen“. Gemeinsam mit der Sparkasse Coburg-Lichtenfels und der VR-Bank Coburg eG erhalten die Jugendlichen praxisnahe Einblicke in den Umgang mit Geld im Alltag.

Im Mittelpunkt stehen dabei ganz konkrete Fragen aus der Lebenswelt der Jugendlichen:
Warum reicht das Geld oft nicht bis zum Monatsende? Was bedeutet es, wenn das Konto ins Minus rutscht? Woran erkenne ich versteckte Kosten oder unseriöse Angebote? Und wie kann ich mit wenig Geld trotzdem sinnvoll haushalten und erste Rücklagen bilden? Ziel ist es, finanzielle Zusammenhänge verständlich zu machen, Sicherheit im Umgang mit Geld zu vermitteln und frühzeitig vor Verschuldung zu schützen.

Mit dem Start im März setzt die Stadt Coburg ein deutliches Zeichen für Chancengerechtigkeit, soziale Stabilität und Zukunftsfähigkeit. 3. Bürgermeister Can Aydin unterstreicht abschließend: „Wer Jugendlichen Perspektiven eröffnet, stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die wirtschaftliche Zukunft unserer Stadt. Genau das ist unser Anspruch.“

Wer sich vorstellen kann, Jugendliche auf ihrem Weg zu begleiten und zu unterstützen, ist herzlich eingeladen, sich bei der Stabsstelle Demografie, Bildung & Familie der Stadt Coburg zu melden.

Stabsstelle Demografie, Bildung & Familie