Wo früher vor allem graue Flächen das Bild bestimmten, wachsen heute Stauden, Gräser, Sträucher und Bäume. Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein, der Brunnen hat einen schönen Platz gefunden und die unterschiedlichen Bereiche sind zu einer offenen Platzfläche zusammengewachsen. Mit der offiziellen Inbetriebnahme ist die Umgestaltung des Freiherr-von-Stockmar-Platzes nun abgeschlossen.
Oberbürgermeister Dominik Sauerteig dankte bei der Eröffnung allen, die an Planung und Umsetzung beteiligt waren. Besonders richtete er seinen Dank auch an die Anwohner*innen und Gewerbetreibenden rund um den Platz. Gleichzeitig sei mit der Umgestaltung ein neues Stück Stadtentwicklung entstanden, das nicht nur die zentralen Plätze Coburgs, sondern auch die angrenzenden Bereiche der Innenstadt aufwerte.
Dabei ist der Stockmar-Platz weit mehr als ein optisches Projekt. Der Platz leistet auch einen wichtigen Beitrag zu einer zukunftsfähigen und lebenswerten Innenstadt. Mit mehr Grün, entsiegelten Flächen und neuen Aufenthaltsbereichen wird der Platz nachhaltig aufgewertet. Diese Grünflächen sollen an heißen Sommertagen für Schatten und Kühlung sorgen und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität erhöhen.
Auch die Regierung von Oberfranken würdigte den Platz als Beispiel für klimagerechte Stadtentwicklung. Coburg nehme in Sachen Anpassung an den Klimawandel eine Vorreiterrolle ein, erklärte Thomas Engel, Vizepräsident der Regierung von Oberfranken. Coburg gehörte zu acht bayerischen Kommunen, die im Rahmen des Modellvorhabens „Klimagerechter Städtebau“ ein integriertes Stadtklimakonzept erarbeitet haben. Aus diesem Konzept könnten konkrete Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels abgeleitet werden, sagte Engel.
Unterstützt wurde die Neugestaltung mit Mitteln aus dem Bayerischen Städtebauförderungsprogramm. Für das Projekt wurden rund 1,1 Millionen Euro aus dem Sonderfonds „Innenstädte beleben“ bewilligt. Die Städtebauförderung begleitet laut Engel die Entwicklung Coburgs bereits seit Jahrzehnten. 60 Millionen Euro seien in den vergangenen 55 Jahren aus der Städtebauförderung der Regierung von Oberfranken geflossen.
Ein Platz, der sich mit den Jahreszeiten verändert
Sein endgültiges Gesicht hat der Freiherr-von-Stockmar-Platz trotz abgeschlossener Bauarbeiten noch lange nicht erreicht. Die Bepflanzung ist so angelegt, dass sich der Platz im Laufe des Jahres immer wieder verändert. Bereits im Frühjahr beginnen die ersten Pflanzen zu blühen, weitere Arten folgen über den Sommer bis hinein in den Herbst.
Bei der Pflanzplanung mussten dabei ganz unterschiedliche Bedingungen berücksichtigt werden: Während einige Bereiche des Platzes kaum direkte Sonne bekommen, sind andere gerade am Nachmittag starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Trotzdem soll die Bepflanzung als gestalterische Einheit wahrgenommen werden. Unterschiedliche Stauden, Gräser und Gehölze sorgen dafür, dass sich Farben, Höhen und Blühphasen über das Jahr hinweg abwechseln.
Auch die vorhandenen Strukturen wurden bei der Neugestaltung vom Landschaftsarchitekten-Team Adler/Olesch einbezogen. Die alten Treppen wurden abgerissen. Durch den Rückbau bestehender Bauteile konnte zudem zusätzliche Fläche gewonnen und der Platz stärker geöffnet werden.
Mit der Eröffnung beginnt zugleich die nächste Phase des Projekts: Nun sollen die Pflanzen wachsen – und die Coburger*innen den neuen Platz mit Leben füllen. Der Freiherr-von-Stockmar-Platz soll ein Ort zum Treffen, Ausruhen und ins Gespräch kommen sein. Oder, wie es die Stadt Coburg von Beginn an vorgesehen hat: ein grünes Wohnzimmer mitten in der Innenstadt.