Bald kann es in Coburg häufiger blitzen. Am Herbstwetter liegt das nicht. Vielmehr kontrolliert die Stadt jetzt auch die Geschwindigkeiten im Straßenverkehr. Bisher war nur die Polizei mit Radar oder Laser unterwegs, die Stadt hat sich nur um den ruhenden Verkehr – also Parken und Halten – gekümmert. Das ändert sich am 22. September 2026. Die Stadt erfüllt damit auch den Wunsch vieler Coburger*innen, die sich auf unterschiedlichsten Wegen über zu schnelles Fahren beschwert hatten. „Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Verstöße festzustellen. Ziel ist es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und gefährliche Situationen zu vermeiden“, erklärt Kai Holland, Leiter des städtischen Ordnungsamtes.
Schon wenige Kilometer pro Stunde machen einen Unterschied
Ob eine Situation im Straßenverkehr gefährlich wird, hängt oft auch von der Geschwindigkeit ab. Wer schneller fährt, hat weniger Zeit zu reagieren. Gleichzeitig wird der Bremsweg länger. Kommt es zu einem Zusammenstoß, sind die Folgen bei höherem Tempo meist schwerer.
Deshalb verfolgt die Stadt mit der Geschwindigkeitsüberwachung einen klaren Präventionsgedanken: Wer weiß, dass die Einhaltung der vorgeschriebenen Geschwindigkeit kontrolliert wird, passt das eigene Fahrverhalten eher an. So sollen gefährliche Geschwindigkeiten reduziert werden, bevor es zu einem Unfall kommt.
Nicht jede Straße ist gleich
Geschwindigkeitsüberwachung soll dabei nicht nach dem Prinzip „je mehr Kontrollen, desto besser“ funktionieren. Entscheidend ist, wo und wann kontrolliert wird. Die Messstellen wurden deshalb gezielt ausgewählt und abgestimmt. Dabei wurden klassische Gefahrenstellen, zum Beispiel vor Schulen und KiTas, genauso betrachtet, wie die Hinweise aus der Bevölkerung.
Vorgesehen sind zunächst 60 mobile Messstunden pro Monat. Die Stadt setzt dabei auf eine flexible Lösung, mit der unterschiedliche Stellen im Stadtgebiet kontrolliert werden können. Durchgeführt werden die Kontrollen von der gemeinnützigen Gesellschaft für Kriminalprävention und Verkehrssicherheit (gGKVS), die bereits in vielen Kommunen aktiv ist.
Gerade mobile Kontrollen können dort eingesetzt werden, wo sich die Verkehrssituation verändert oder wo besondere Gefahren bestehen. Dazu können beispielsweise Straßen mit vielen Querungen, Bereiche mit Schulen und Kindertagesstätten, stark befahrene Straßen oder andere bekannte Gefahrenstellen gehören.
Untersuchungen zeigen außerdem, dass Geschwindigkeitskontrollen besonders dann wirksam sind, wenn sie dauerhaft und nachvollziehbar eingesetzt werden. Bei mobilen Kontrollen ist die unmittelbare Wirkung auf das Tempo vor allem während des Überwachungszeitraums festzustellen. Deshalb kommt es darauf an, die Kontrollen regelmäßig und an unterschiedlichen geeigneten Stellen durchzuführen.
Es geht nicht ums Abkassieren
Die Stadt hat bei der Einführung der kommunalen Geschwindigkeitsüberwachung ausdrücklich die Verkehrssicherheit als Ziel festgelegt. Wer sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit hält, soll sicher ans Ziel kommen – und andere sollen ebenfalls sicher unterwegs sein. „Ob man von der Polizei oder der Stadt geblitzt wird, ist übrigens egal. Die Höhe der Bußgelder ist bundesweit einheitlich festgelegt“, so Ordnungsamtsleiter Holland.