Im Zukunftsraum begegnen sich Menschen, Vereine und Initiativen, die mit ihren Ideen und Projekten neue Impulse setzen. Einer davon ist der Wunderwald e.V. – doch wer steckt eigentlich dahinter?
Der Wunderwald e.V. ist ein Verein, der kunst- und kulturpädagogische Angebote in
Coburg organisiert. Wir möchten damit Kinder früh an kulturelle Angebote heranführen
und die damit verbundenen Kompetenzen fördern. Dazu gehören Kreativität,
Problemlösekompetenzen, Konzentration aber auch Offenheit, Teamkompetenzen und
weitere soziale Kompetenzen. Auch die Fein- und Großmotorik werden gefördert und die
Kinder dürfen selbstständig Farb- und Bildkompositionen entwickeln. Manche Kinder
haben bereits mit 3 einen ganz eigenen Stil, z.B. ein bestimmtes Farbschema, dass sie
immer wieder verwenden. Andere Kinder probieren sich aus und leben jede Woche in
einer anderen Welt. Die Kinder lernen auch Künstler:innen und ihre Lebenswege oder
Ideenwelten kennen. Wir arbeiten dabei wenig starr, sondern setzten einen Rahmen, in
dem die Kinder frei die Welt, Arbeitsweise und Wirkung der Künstler:innen und ihrer
Werke erfahren dürfen.
In diesem grundlegenden Ansatz schließt sich der Bogen zu unserer zweiten Säule, den
ZwergenWald-Spielräumen. In diesen Eltern-Kind-Kursen bieten wir Kindern von 4
Monaten bis aktuell 2,5 Jahren einen Raum für freie Bewegungsentwicklung und freies
Spiel nach der Pädagogik von Emmi Pikler und einigen Einflüssen aus der
Waldorfpädagogik. Für die Eltern gibt es hier zu jedem Kurstermin ein vorbereitetes
Thema mit Handout und einen wertschätzenden Austausch über alle Fragen von Familie
und Erziehung. Freies Spiel und künstlerische Tätigkeiten – egal ob Musik, bildende
Kunst, Tanz o.a. – sind für mich fast deckungsgleich. Künstler:innen spielen eben nur mit
einem anderen Medium.
Hinter den Angeboten stehe aktuell vor allem ich, Lydia Ursinus-Wanka. Als
Erziehungswissenschaftlerin bringe ich das pädagogische Know-How mit, als
Kunstliebhaberin setzte ich mich schon immer auf allen möglichen Wegen mit Kunst
und Kultur auseinander. Meine zusätzlichen Qualifikationen als Waldorfpädagogin und
Museumspädagogin helfen mir dabei. Viele Ideen teste ich auch mit meinen zwei
Kindern vor und manchmal sind sie meine kleinen Assistentinnen. David Wanka, mein
Mann und 1. Vorstand des Vereins, unterstütz mich als gelernter Fotograf und Diplom-
Kommunikationsdesigner oft mit seinem Blick auf Kunst und Gestaltung. Weitere
Mitglieder unterstützen uns bei Veranstaltungen, in der Buchhaltung und Steuer oder
einfach ideell.
Woran arbeiten Sie aktuell und was planen Sie für 2026 noch?
Aktuell Arbeiten wir an der Planung für unseren nächsten Kursdurchlauf ab 14. April
2026 und dem nächsten Klee&Kleber-Workshop im Zukunftsraum am 18. April. Dabei
wollen wir mit den Kindern eine im wahrsten Sinne greifbare Zukunftsvision für Coburg
entwickeln. Kinder sind unsere Zukunft und uns interessiert, mit welchem Blick sie Stadt
sehen und was sie sich für die Zukunft wünschen.
Daneben planen wir unsere Angebote auf den Designtagen. Wir werden an zwei Tagen
ein offenes Wunderwäldchen.Atelier für alle Kinder von 1 bis 11 Jahren anbieten und
freuen uns bereits sehr auf diese Kooperation.
Am 30. Mai wird der Verein bereits 5 Jahre alt. Wir sind aktuell noch dabei zu planen, wie
wir feiern. Ich persönlich möchte es gern feiern, denn ich bin stolz darauf, dass wir diese
5 Jahre mit einigen Herausforderungen gemeistert haben.
Es stehen in diesem Jahr noch drei weitere Kursdurchläufe und mindestens vier weitere
Klee&Kleber-Workshops an. Aber auch Ideen für Kooperationen und mögliche Feste
müssen geplant und organisiert werden. Während der Kursdurchläufe komme ich oft
nicht dazu. Die kleinen Pausen dazwischen sollen dem Verein und mir Raum für weitere
Planungen geben.
Wie sind Sie auf den Zukunftsraum aufmerksam geworden?
Ich verfolge die Möglichkeiten und Entwicklungen in der Stadt und kannte bereits den
Green Deal als Vorläuferprojekt. Die meisten Kurse gebe ich im Yoganest in der
Mohrenstraße. Wie wir mit den Klee&Kleber-Workshops anfingen, waren jedoch die
Samstage im Yoganest sehr ausgebucht und ich habe nach einer Alternative gesucht, zu
der ich einen kurzen Weg mit meinen Materialien habe. Vom Yoganest zum
Zukunftsraum sind es nur etwa 200m, 2 Minuten zu Fuß, und der Zukunftsraum ist
ebenso zentral und gut angebunden an Parkmöglichkeiten und den ÖPNV. Ich habe
dann eines der offenen Treffen genutzt, um den Raum kennenzulernen und meine
Möglichkeiten abzustecken und dann online den Raum gebucht. Sehr praktisch und
unkompliziert!
Hatten Sie ein besonderes Erlebnis im Zukunftsraum?
Es gibt immer wieder Familien und Kinder, die von Teilnehmern zu Freunden werden.
Wenn ich meine große Tochter bei Kursen dabeihabe, sorgt das immer für kleine
Playdates im Anschluss. 2021/22 waren wir im Stadtmacherbüro im Steinweg. Damals
haben wir oft im Anschluss in der Cortina Eis gegessen. Nun sind wir viel Näher an der
Cortina, aber das Eis ist tatsächlich nicht so spannend wie das Sofa im Zukunftsraum.
Nach jedem Kurs, während ich noch aufräume und die Sachen zusammenpacke, bauen
die Kinder auf und um das Sofa einen Parcours. Zwischendurch gibt es an dem kleineren
Tisch daneben Snackpausen im „Café“. Für Eltern und Großeltern heißt das oft warten
und Geduld üben. Ich liebe es, wie die Kinder von der Kunst zurück zum freien Spiel
wechseln und die neuen und alten Freundschaften festigen. Hier schließt sich wieder
der Kreis unserer Angebote und es zeigt sich, wie wenig Kinder brauchen, um eigene
Welten zu entwickeln.
