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Stadt Coburg

SDG 11 - Nachhaltige Städte und Gemeinden

26.03.2026 Rückblick: Mein Garten wird klimafit! Teil 1 von 5

„Ein Garten ist nie fertig“ - Auftakt der interaktiven Vortragsreihe „Mein Garten wird klimafit“ am 20. März

Wie können Gärten, Balkone und Hinterhöfe so gestaltet werden, dass sie besser mit Hitze, Trockenheit, Starkregen und milden Wintern umgehen können? Genau darum geht es in der Veranstaltungsreihe „Mein Garten wird klimafit“, einem Gemeinschaftsprojekt von Stadt Coburg/Zukunftsraum und dem CREAPOLIS Makerspace der Hochschule Coburg. In mehreren Modulen zeigt die Reihe, wie klimaangepasstes Gärtnern praktisch funktionieren kann – von der Gartenplanung über Wassermanagement bis hin zu Artenvielfalt und Nützlingsförderung. Begleitend entstehen in den Workshops auch konkrete Makerspace-Projekte, etwa Mini-Gewächshäuser, Ollas oder Insektenhotels.

Beim ersten Termin am 20. März stand das Thema „Der klimaresiliente Garten: Grundlagen & Planung“ im Mittelpunkt. Referentin Karin Engelhardt vom Zukunftsraum vermittelte dabei viel Praxiswissen, persönliche Erfahrungen und vor allem eine zentrale Erkenntnis: Ein Garten ist kein starres Projekt, sondern ein lebendiger Prozess.

Schon zu Beginn wurde deutlich: Einen Garten kann man nicht bis ins Detail durchplanen. Viel wichtiger ist es, anzufangen, zu beobachten und Schritt für Schritt dazuzulernen.

Einfach anfangen – und dann beobachten

Karin Engelhardt ermutigt dazu, nicht zu lange bei der Theorie zu bleiben, sondern loszulegen: „Man darf sich da durchaus ausbreiten und schauen, wie sich das Ganze entwickelt.“ Denn oft zeigt sich erst mit der Zeit, was an einem Standort wirklich funktioniert – und was nicht. Beete verändern sich, Pflanzen wachsen unterschiedlich, und manchmal übernimmt die Natur selbst die Regie.

Eine Erfahrung, die viele Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer kennen: Kaum ist alles schön angelegt, scheint es kurze Zeit später schon wieder durcheinander. „Zwei Tage später war alles wieder untergraben – als wären die Mäuse einmal durch und hätten alles neu erkundet.“ Doch statt Frust sieht Karin Engelhardt darin einen wichtigen Teil des natürlichen Gleichgewichts. Tiere gehören zum Garten dazu – auch wenn sie manchmal für Chaos sorgen.

Leben im Garten zulassen – statt bekämpfen

Ob Mäuse, Vögel oder Insekten: Ein naturnaher Garten ist immer auch Lebensraum. Karin Engelhardt stellte verschiedene Möglichkeiten vor, wie man mit tierischen Besuchern umgehen kann, ohne die Natur auszusperren:

  • Hochbeete mit Drahtgitter als Schutz
  • duftende Pflanzen wie Thymian oder Rosmarin
  • Strukturen, die Tiere lenken statt vertreiben

Der naturnahe Garten funktioniert nicht über Kontrolle, sondern über ein gutes Zusammenspiel.

Der Boden – unser größtes Gut

Ein weiterer Schwerpunkt des Nachmittags war der Boden. „Eine Handvoll Gartenboden hat mehr Organismen, als wir Menschen auf der Erde sind.“ Für Karin Engelhardt ist klar: Wer den Boden versteht, versteht auch den Garten.

Den eigenen Boden kennenlernen

Vorgestellt wurden einfache Methoden, um die eigene Gartenerde besser einschätzen zu können: Erde in der Hand kneten, einen Schütteltest im Glas machen oder den pH-Wert bestimmen. Auch sogenannte Zeigerpflanzen können wertvolle Hinweise geben. „Wenn Brennnesseln wachsen, wissen Sie: Da ist richtig viel Stickstoff im Boden.“

In Kreisläufen denken

Ein besonders wichtiges Thema war außerdem das Mulchen. „Mulch ist wie die Haut vom Garten.“ Er schützt den Boden vor Austrocknung, federt Starkregen ab und unterstützt ein aktives Bodenleben. Deshalb gelte: „Mulchen, mulchen, mulchen – das ist nie verkehrt.“ Ob mit Stroh, Grasschnitt, Laub oder sogar Schafwolle – genutzt werden kann, was vor Ort verfügbar ist.

Entscheidend sei dabei, in Kreisläufen zu denken statt in Abfallkategorien. Ein naturnaher Garten funktioniert über Wiederverwertung: Pflanzenreste bleiben im Garten und werden wieder zu Nährstoffen. „Alles, was da ist, kann wieder zurück in den Boden.“ Auch Äste und Schnittgut lassen sich weiterverwenden, zum Beispiel als Totholzhecke.

Fazit: Der Garten wächst mit uns

Am Ende bleibt vor allem ein Gedanke hängen: „Ein Garten ist nie fertig.“ Und genau darin liegt seine Stärke. Es geht nicht darum, alles perfekt zu planen, sondern darum, zu beobachten, zu lernen und sich auf die Dynamik der Natur einzulassen. Wer mit der Natur arbeitet statt gegen sie, schafft Schritt für Schritt einen Garten, der nicht nur widerstandsfähiger wird, sondern auch lebendiger.

Die nächsten Termine der Vortragsreihe

Die weiteren Module der Reihe „Mein Garten wird klimafit“ finden jeweils von 15 bis etwa 17:30 Uhr im CREAPOLIS Makerspace der Hochschule Coburg, Schlachthofstraße 1, statt:

29. Mai: Clever gießen und speichern: Wasser im Garten halten
17. Juli: Hitzestress bewältigen: Pflanzenauswahl & Schattenspender
11. September: Starkregen und Sturmschäden: Umgang mit Nässe
20. November: Artenvielfalt fördern: Nützlinge & milde Winter

Eine kostenlose Anmeldung ist erforderlich unter: 
https://mitmachen.coburg.de/de-DE/projects/zukunftsgaertnern (Öffnet in einem neuen Tab)

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