Inhalt anspringen

Stadt Coburg

Podcast

Warum wird in Coburg so viel gebaut?

Judenberg, Obere Anlage, Kanalstraße, Glasfaserausbau, Fernwärme und Brücken: Es reiht sich Baustelle an Baustelle. Aber warum eigentlich? Im Podcast Markt 1 sprechen wir mit Franz-Josef Loskar, Geschäftsführer von SÜC und CEB, über alternde Infrastruktur, neue Leitungsnetze und die täglichen Herausforderungen.

Markt 1 - der Podcast aus dem Coburger Rathaus

Judenberg, Obere Anlage, Kanalstraße, Glasfaserausbau, Fernwärme und Brücken: In Coburg reiht sich Baustelle an Baustelle. Aber warum eigentlich? In dieser Folge sprechen wir mit Franz-Josef Loskar, Geschäftsführer von SÜC und CEB, über alternde Infrastruktur, neue Leitungsnetze und die Herausforderungen des Baustellenmanagements.

Darum geht’s:

🏗️ Warum Infrastruktur nach 50 bis 70 Jahren erneuert werden muss

🔌 Strom, Wasser, Gas, Glasfaser und Fernwärme unter Coburgs Straßen

🌡️ Warum der Fernwärmeausbau immer wichtiger wird

🌉 Was bei Juden- und Mohrenbrücke passiert

🚌 Wie Baustellen und öffentlicher Nahverkehr zusammenpassen

🚦 Wer eigentlich entscheidet, wann eine Straße gesperrt werden darf

👷 Warum auf Baustellen manchmal scheinbar nichts passiert

💬 An wen sich Bürgerinnen und Bürger bei Problemen wenden können

📏 Über 3.000 Kilometer Strom- und Glasfasernetze im Versorgungsgebiet

Wer derzeit mit dem Auto durch Coburg fährt, braucht Geduld: Judenberg, Obere Anlage, B4 am Weichengereuth und zahlreiche kleinere Maßnahmen prägen das Stadtbild. Dahinter steckt laut Franz-Josef Loskar, Geschäftsführer von SÜC und CEB, vor allem ein umfassender Erneuerungsbedarf bei der Infrastruktur.

Viele Straßen, Brücken und Leitungen seien inzwischen rund 50 Jahre alt. In den 1970er-Jahren sei viel gebaut worden – nun erreiche ein großer Teil dieser Anlagen das Ende seiner vorgesehenen Lebensdauer. Straßen und Brücken litten zusätzlich unter Streusalz, zunehmendem Schwerlastverkehr und Witterungseinflüssen. „Bevor ich nur noch eine Hügellandschaft habe, wo nur noch der SUV drüberkommt, ist es besser, mit Voraussicht Straßen und Brücken zu sanieren“, sagt Loskar.

Neben der Sanierung geht es auch um Modernisierung. Ein zentrales Thema ist der Glasfaserausbau: Jedes Haus soll perspektivisch einen Anschluss erhalten. Dafür müssen Leitungen in die Erde verlegt werden. Die Kooperation von SÜC mit der Telekom helfe dabei, Baustellen und doppelte Aufgrabungen zu vermeiden. Ganz ausschließen lasse sich das aber nicht: Anders als beim Strom können mehrere Anbieter eigene Glasfasernetze verlegen.

Auch der Ausbau des Fernwärmenetzes sorgt immer wieder für Einschränkungen. Fernwärme sei für Coburg sinnvoll, weil mit dem Müllheizkraftwerk und dem Heizwerk auf dem Südcampus bereits Wärmequellen vor Ort vorhanden seien. Über große, gedämmte Rohre wird heißes Wasser zu den angeschlossenen Gebäuden transportiert. Wer sich während einer laufenden Baustelle für einen Anschluss entscheide, spare meist Geld und eine spätere erneute Öffnung der Straße.

Ein weiteres Großthema sind die Brücken. Nach der Sanierung der historischen Judenbrücke steht mit der Mohrenbrücke bereits die nächste umfangreiche Maßnahme bevor. Bei solchen Projekten werde nicht nur die Bausubstanz erneuert, sondern oft auch die Leitungsführung verbessert. Strom-, Gas- und Wasserleitungen sollen, wo möglich, von den Brücken verlegt werden. So müssen künftige Reparaturen nicht zwingend wieder zu einer Brückensperrung führen.

Dass Baustellen nicht rund um die Uhr betrieben werden, habe praktische Gründe: Es brauche zusätzliches Personal, die Lärmbelastung für Anwohner wäre hoch und die Kosten würden deutlich steigen. Hinzu kämen Wetter, Materiallieferungen, Krankheit und andere dringende Einsätze. Wenn eine Firma etwa wegen eines Wasserrohrbruchs kurzfristig an anderer Stelle benötigt werde, könne eine Baustelle zeitweise ruhen – auch wenn es von außen nach Stillstand aussehe.

Baustellen werden zudem nicht einfach beliebig eingerichtet. Für jede Sperrung ist eine verkehrsrechtliche Anordnung der Stadt nötig. Dabei müssen Umleitungen, Rettungswege, Feuerwehrzufahrten, der öffentliche Nahverkehr und die Erreichbarkeit für Anwohner berücksichtigt werden. Gerade in einer historisch gewachsenen Stadt mit engen Straßen und wenigen Ausweichrouten sei das besonders anspruchsvoll.

SÜC und CEB betreuen nach eigenen Angaben rund 3.000 Kilometer Stromleitungen, 270 Kilometer Gasleitungen, 420 Kilometer Wasserleitungen, 25 Kilometer Fernwärmenetz sowie mehr als 3.000 Kilometer Glasfaser. Jährlich müssten zwei bis sieben Prozent dieser Netze erneuert werden.

Die vielen Baustellen sind damit kein Zufall, sondern Teil einer langfristigen Aufgabe: Coburgs Infrastruktur soll auch künftig zuverlässig funktionieren – damit Strom fließt, Wasser aus dem Hahn kommt und die Stadt trotz aller Einschränkungen in Bewegung bleibt.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Stadt Coburg/Constantin Hirsch