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Stadt Coburg

Beauftragte

Radverkehrsbeauftragter der Stadt Coburg

Der Radverkehrsbeauftragte berät Verwaltung und Politik in Sachen Radverkehr. Außerdem ist er Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger.

Mein Name ist Thomas Tippelt. Ich bin seit Juli der Radverkehrsbeauftragte der Stadt Coburg. Ich arbeite in der Stabsstelle ÖPNV und kümmere mich die nächsten zweieinhalb Jahre zunächst darum, dass Coburg fahrradfreundlicher wird. 

Sie möchten also Autos aus der Stadt verbannen! 

Nein. Ich bin davon überzeugt, dass die Verkehrswende und die Transformation zu nachhaltiger Mobilität nur mit allen Verkehrsteilnehmern zusammen gelingen kann. Das heißt, man darf auch nicht versuchen, den Fahrradverkehr gegen den Autoverkehr auszuspielen, sondern wirklich gucken, dass man alle mitnehmen kann. Dass wir in Zukunft oder in naher Zukunft komplett auf den individuellen motorisierten Verkehr verzichten können und niemand mehr mit dem Auto fährt, ist utopisch. Da müssen wir auch schon realistisch denken und uns in kleinen Schritten vorarbeiten. 

Sehen diese kleinen Schritte ein Miteinander von Auto, Fahrrädern und Fußgängern*innen vor oder eher voneinander getrennte Wege? 

Ich glaube, da gibt es keine perfekte Lösung. Coburg ist eine sehr historische Stadt mit engen Gassen und engen Straßen im Innenstadtbereich. Da kann man überhaupt keine bauliche Trennung der ganzen Verkehrsteilnehmer*innen anstreben. In Bereichen in denen aktuell noch schneller gefahren wird und keine Trennung möglich ist, muss man auch über eine Reduzierung der Geschwindigkeiten nachdenken, damit alle sicherer unterwegs sind. Im Außenbereich hat es sich bewährt, die Radwege von den Straßen herunterzunehmen. 

Die Geschwindigkeitsunterschiede haben sich auch sehr verändert in den letzten Jahren. Mit Pedelecs ist man mittlerweile auch mit 30 km/h oder mit 25 ohne sich anzustrengen in der Stadt unterwegs. Das wird, glaube ich, von vielen Autofahrern noch immer sehr unterschätzt. Daher denke ich, dass man sich als Radfahrender auch eher wie ein Autofahrender fühlen muss. Man ist Teil des Straßenverkehrs. Und den Fußweg wirklich nur dort benutzen, wo es erlaubt ist. Denn so wie Autos stärker sind als Radfahrer*innen, sind es Radfahrer*innen gegenüber Fußgänger*innen. Da ist dann auch ein größeres Verletzungspotential vorhanden. 

Welches große Problem haben Sie schon identifiziert? 

Die eine große Problemstelle gibt es eigentlich gar nicht, sondern eher viele kleine Probleme, die die Menschen auch in ihrem privaten Alltag kennen. Diese gilt es zu identifizieren und wenn möglich gemeinsam lösen.  

Eine Problemstelle ist auch auf politischer Ebene zu finden. Ein Umbau hin zu einer fahrradfreundlichen Stadt geht auch immer zu Lasten von den anderen Verkehrsteilnehmer*innen. Da ist es auf jeden Fall wichtig, dafür zu sorgen, dass sich niemand benachteiligt fühlt, sondern sich alles parallel positiv entwickeln kann. 

Welchen Satz möchten Sie über sich nach dem Ende der laufenden Projektphase lesen? 

Dass es mir gelungen ist, den Radverkehr voranzubringen, ohne den individuellen Autoverkehr komplett einzustampfen. Dass es mir gelungen sein wird, das Miteinander im Verkehr herauszustellen, dass sich jeder in Coburg auf den Straßen wohlfühlt. Das ist natürlich in zwei Jahren ein ziemlich hohes Ziel.   

Und (lacht) dass die Projektstelle verlängert wird. Und nicht, weil ich nichts erreicht habe, sondern weil gesehen wird, dass es uns vorangebracht hat – aber wir noch nicht am Ende sind.  

Ein Beauftragter soll nicht nur im stillen Kämmerlein rumsitzen, sondern mit allen ins Gespräch kommen, wie klappt das? 

In den verschiedenen Ämtern gab es bisher schon immer irgendwelche Fragen, die auch den Radverkehr betreffen, aber die hatten bisher nicht wirklich einen Ansprechpartner in der Verwaltung. Dafür bin ich jetzt da.  

Natürlich bin ich auch für die gesamte Bürgerschaft zuständig. Das wird jetzt auch nach und nach kommen. Ich bin schon gespannt was an mich herangetragen wird.